Objekt des Monats April im Museum Nienburg

Als der Kaffee nach Europa kam war er zunächst ein reines Luxusgut. Von christlich-europäischen Händlern aus dem Orient eingeführt, stellte er eine ganz neue Art kultivierten Trinkens dar. So gilt der Kaffee als das erste nichtalkoholische Luxusgetränk. Der Konsum war dabei zunächst auf elitäre Kreise beschränkt. Durch neue Anbaugebiete in Lateinamerika und die zunehmende Industrialisierung entwickelte er sich Mitte des 19. Jahrhunderts zum Massengetränk und war um 1900 fester Bestandteil in den Haushalten aller Schichten. Die Kaffeemühle zum Mahlen der kostenbaren Bohnen findet schon im 18. Jahrhundert in Schriftquellen Erwähnung. Anhand verschiedener ästhetischer Prägungen, die hauptsächlich Kurbel, Mahlwerk und Trichter der Mühlen betreffen, lassen sich die Geräte zeitlich einordnen. Das wichtigste bei der handbetriebenen Kaffeemühle war aber die Stabilität, weswegen sich ihr Grundaufbau über die Jahre kaum verändert hat.

Bei dem Objekt des Monats April im Museum Nienburg handelt es sich um eine Kaffeemühle aus dem späten 19. Jahrhundert. Während der Mühlenkasten aus Mahagoniholz von Tischlermeister Runge hergestellt wurde, hat das schmiedeeiserne Mahlwerk samt Kurbel mit Holzgriff der Schlossermeister Wömpner gefertigt. Dessen Name ist auf der Kurbel eingraviert. Es ist anzunehmen, dass beide Handwerker aus Nienburg stammen. Das Objekt des Monats ist während der Öffnungszeiten im Fresenhof zu sehen.

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