Alarm am Flughafen: Fliegen mit Metall im Körper

Urlaubszeit ist Reisezeit: Chefarzt Dr. Michael Stalp gibt Tipps, damit es auf dem Weg in den Sommerurlaub für Träger von Prothesen und Implantaten nicht zu Problemen an der Sicherheitskontrolle kommt

Nienburg, 11. Juni 2018 – Der Alarm der Sicherheitskontrolle am Flughafen schlägt meist an, wenn ein Gürtel oder Schmuckstück nicht abgenommen oder Kleingeld in der Hosentasche vergessen wurde. Immer häufiger lösen jedoch auch medizinische Teile im Körper des Reisenden die sensiblen Metalldetektoren aus. „Dass künstliche Gelenke und Schrauben nicht für die Kontrolle abgelegt werden können, versteht sich von selbst“, so Dr. Michael Stalp, Ärztlicher Direktor und Chefarzt für Unfallchirurgie und Orthopädie an den Helios Kliniken Mittelweser. Künstliche Gelenke bestehen meist aus einer Materialkombination aus Titan- oder Stahllegierungen, Keramik und Kunststoffen.Da kann der Alarm in der Metallkontrolle trotz des darüber liegenden, schützenden Gewebes anschlagen „Menschen mit Prothesen oder Implantaten sollten daher immer, aber gerade bei Metallkontrollen wie am Flughafen, ihren Endoprothesen-Pass dabei haben und dem Sicherheitspersonal bereits vorab vorlegen. Das spart Erklärungen und Zeit.“

Langwierig und nervenaufreibend kann es mitunter werden, wenn Betroffene den Kontrolleuren im In- und Ausland keine dazugehörigen Papiere zu ihren metallenen Begleitern vorweisen können. Einen Gelenkpass stellen alle Kliniken aus, die Gelenkersatzoperationen durchführen, so auch die Helios Kliniken Mittelweser. Im Pass vermerkt sind die Größe der Prothese, Material, Alter, Datum und an welcher Stelle des Körpers das Implantat sitzt. Der Ausweis ist in der Regel mehrsprachig, sodass er auch im Ausland verwendet werden kann. Auch in unerwarteten Notfallsituationen ist der Pass wichtig und sinnvoll. „Wer ein künstliches Gelenk ohne einen Endoprothesen-Pass bekommen hat, sollte unbedingt in seiner behandelnden Klinik danach fragen“, so Dr. Stalp. Auch bei Implantaten an der Wirbelsäule werden unter anderem Platten, Schrauben und Stäbe aus Metall verwendet. „Einen Implantat-Ausweis erhalten Patienten ebenfalls von ihrer behandelnden Klinik. Auch der Implantat-Pass sollte bei Sicherheitskontrollen unaufgefordert vorgezeigt werden“, ergänzt der Orthopäde.  Ebenso können Herzschrittmacher oder Schmerzpumpen sich bemerkbar machen und sollten mit den dazugehörigen Dokumenten belegt werden können. Zur Sicherheit sollten Patienten mit Metallimplantaten grundsätzlich etwas mehr Zeit für den Check-In am Flughafen einplanen – damit es entspannt und ohne Probleme in den Sommerurlaub gehen kann.

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