Wichtiger Lebensraum für Tier- und Pflanzenwelt

Vorzeitiges Mähen und Mulchen von Wegeseitenrändern vermeiden

Landkreis. Wegeseitenränder geben derzeit immer wieder Anlass zu Diskussionen. Die einen sehen in den blühenden Wegeseitenrändern einen wichtigen Beitrag, um die heimische Flora und Fauna zu erhalten. Die anderen empfinden die Sicht im Autoverkehr durch das hoch gewachsene Grün eingeschränkt, fühlen sich beim Überqueren von Straßen oder Bestellen des Feldes gestört. Zum Umgang mit diesen Bereichen hat das Bundesnaturschutzgesetz klare Regeln erlassen.

Weil die Wegeseitenränder vielen Tier- und Pflanzenarten als Rückzugsort dienen, leisten sie einen immer wichtiger werdenden Beitrag zum Erhalt der heimischen Artenvielfalt“, erläutert Silvia Fiene vom Fachdienst Naturschutz des Landkreises Nienburg. Der Gesetzgeber hat sich mit dieser Thematik beschäftigt und im Bundesnaturschutzgesetz klare Regelungen zum Umgang mit Wegeseitenrändern geschaffen. So ist es beispielsweise verboten, wild lebenden Tieren, die zu den besonders geschützten Tierarten gehören, nachzustellen, sie zu fangen, sie zu verletzen oder ihre Entwicklungsmöglichkeiten in der Natur zu beschädigen oder zu zerstören.

Zu diesen Tierarten gehören auch alle europäischen Vogelarten. Sie alle dürfen während der Fortpflanzungs-, Mauser-, Überwinterungs-, und Wanderzeiten nicht gestört werden. Damit die Wegeseitenränder ihre Aufgabe als Rückzugsort für sie erfüllen können, müssen sie adäquat gepflegt werden. Dazu gehört, dass auf den Einsatz von Spritz- und Düngemittel ebenso verzichtet wird, wie auf unnötiges Befahren. Außerdem ist es wünschenswert, dass möglichst nicht gemulcht wird und ein gegebenenfalls notwendiges Mähen abschnittsweise erfolgt.

Um einen Beitrag zur ungestörten Entwicklung der Tier- und Pflanzenwelt zu leisten, sollte eine Mahd daher möglichst spät im Jahr erfolgen, also Ende Juli, Anfang August“, informiert Silvia Fiene. Sollte eine Mahd wegen der Verkehrssicherheit im sensiblen Bereich der Schulwege oder verkehrswichtiger Straßen früher notwendig sein, könne diese in Einzelfällen ab Anfang Juni stattfinden, wenn sie auf die notwendige Länge und Breite der Streckenabschnitte begrenzt wird. „Wünschenswert ist jedoch auch in diesen Fällen, dass die Mahd erst nach der Vogelbrut und dem Aussamen der Blühkräuter, also Mitte Juli zum Ende der Brut- und Setzzeit, durchgeführt wird.“

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, die Tier- und Pflanzenwelt erheblich zu beeinträchtigen. Das bedeutet auch, dass die Bodendecke auf Wiesen, Feldrainen, Hochrainen und ungenutzten Grundflächen sowie an Hecken und Hängen nicht abgebrannt werden darf. Alle Flächen, die nicht land-, forst oder fischereiwirtschaftlich genutzt werden, sind ebenfalls so zu behandeln, dass keine Störungen entstehen können. Vor allem in Naturschutzgebieten können weitergehende Bestimmungen gelten.

Der Fachdienst Naturschutz hat zu diesem Thema einen neuen Flyer entworfen, der telefonisch angefordert werden kann. Außerdem kann der Flyer unter https://www.lk-nienburg.de/politik-verwaltung/umwelt/naturschutz/artenschutz eingesehen oder ausgedruckt werden. Nähere Informationen gibt es auch bei Sabine Fröhlich oder Silvia Fiene im Fachdienst Naturschutz beim Landkreis Nienburg unter 05021/967-875.

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