Gleichstellungsbeauftragte besuchten Kreisjugendfeuerwehrzeltlager

„Kinder- und Jugendfeuerwehren – 112% Zukunft – sei auch du dabei“ – unter diesem Motto hat das 40. Kreisjugendfeuerwehrzeltlager in Rodewald stattgefunden.

Dieses Thema nahm die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Nienburg/Weser, Petra Bauer, gemeinsam mit ihrer Kollegin Charlene Lammers, Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Steimbke zum Anlass, das Zeltlager zu besuchen.

„Bereits vor dem Besuch des Zeltlagers war mein Eindruck, dass die örtlichen Feuerwehren sich frühzeitig um Nachwuchs bemühen und dabei auch die Mädchen mit in den Blick genommen haben“, so Bauer. Somit bot der Besuch im Zeltlager in Rodewald die Möglichkeit, dieser Annahme nachzugehen.

Vor Ort waren die Gleichstellungsbeauftragten von der Größe und der klaren Struktur des Lagers beeindruckt. Im Bereich der sportlichen Wettbewerbe nahmen die beiden Frauen Kontakt zu den Ortsgruppen einzelner Jugendfeuerwehren auf.

Im Gespräch mit den Kindern, Jugendlichen und Betreuer*innen sprachen Lammers und Bauer grundsätzlich die Gewinnung von Nachwuchs an. Gezielt interessierten sie sich für das Verhältnis von Mädchen und Jungen in den Kinder- und Jugendfeuerwehren sowie in den aktiven Wehren. Eine beeindruckende  Zahl nannte eine Jugendliche aus der Jugendfeuerwehr Münchehagen: „Wir sind ungefähr dreißig in der Jugendfeuerwehr und davon einundzwanzig Mädchen!“.

„Während des weiteren Rundgangs im Bereich der sportlichen Wettkämpfe und der wiederholten kurzen Kontakte mit Kindern und Jugendlichen aus unterschiedlichen Ortsfeuerwehren konnten wir sehr deutlich wahrnehmen, dass hier im Kreisjugendfeuerwehrzeltlager Gleichstellung keine Frage ist: Sie wird gelebt!“ so Lammers.

Im weiteren Verlauf des Nachmittags wurden die Gleichstellungkolleginnen von Kreisjugendfeuerwehrwart Mario Hotze empfangen. Von ihm erhielten sie Informationen rund um Fragen der Nachwuchsgewinnung, des Verhältnisses von Mädchen und Jungen in den Kinder- und Jugendfeuerwehren sowie von Frauen und Männern in den aktiven Wehren. „In den aktiven Wehren, also bei den Personen über achtzehn Jahren, könnten es gut mehr Frauen sein“, so Hotze. „Wenn noch keine Frau in einer aktiven Wehr tätig

ist, ist es schwer, eine einzelne zur Mitarbeit zu gewinnen.“ Diese Erfahrung bestätigten Lammers und Bauer ebenfalls aus anderen Bereichen, zum Beispiel aus politischen Gremien. „Zum einen braucht es Vorbilder, zum anderen in der Regel mehr als dreißig Prozent eines Geschlechts, um eine Unterrepräsentanz ohne Quote oder weitere Regelungen in ein ausgeglichenes Verhältnis zu überführen“, so Bauer.

„Das sieht in den Jugend- und vor allem in den Kinderfeuerwehren gut aus, was das Verhältnis von Jungen und Mädchen angeht“, teilte Hotze den Gleichstellungsbeauftragten mit. Davon konnten sie sich nicht nur optisch im Zeltlager überzeugen, sondern Hotze benannte das Verhältnis von Jungen und Mädchen auf etwa 60% zu 40%. Die Gäste erfuhren, dass es im Landkreis Nienburg 944 Jugendliche in insgesamt 53 Jugendfeuerwehren gibt. „Wir als Feuerwehren hoffen, dass wir sowohl die Jungen als auch die Mädchen aus den Kinder- und Jugendfeuerwehren so motivieren können, dass sie in die aktiven Wehren wechseln. „Und wenn nicht in der heimatlichen Feuerwehr, weil sie zur Ausbildung oder zum Studium umziehen, dann in der jeweiligen Feuerwehr vor Ort“, schloss der Kreisjugendfeuerwehrwart die Informationen ab.

Bei dem sich anschließenden Rundgang zeigte Hotze den interessierten Frauen das Zeltlager, die Lagerleitung, das Kreativzelt, den Versorgungsbereich, die technische Ausstattung sowie schließlich die Pressestelle, in der täglich die Lagerzeitung und ein Musikprogramm erstellt wird.

Lammers und Bauer waren sowohl vom Gesamtkonzept des Zeltlagers als auch von den vielen Details  beindruckt. „Ich finde es erstaunlich und höchst anerkennenswert, wieviel ehrenamtliche Zeit und Arbeit hier von Frauen und Männern unterschiedlichen Alters  zur Verfügung gestellt wird“, sagte Bauer. Hotze bestätigte: „Wenn die Familien der Ehrenamtlichen und die Arbeitgeber nicht mitspielen würden, ginge hier vieles nicht. Nicht wenige Ehrenamtliche nehmen ihren Jahresurlaub, um das Zeltlager, das im Landkreis Nienburg jährlich angeboten wird, durchzuführen. Lammers und Bauer bedankten sich bei Mario Hotze für den Rundgang durch das Zeltlager und die ausführlichen Informationen. Gerne bestätigten sie ihm, dass mit den Angeboten in den örtlichen Kinder- und Jugendfeuerwehren ebenso wie mit dem Kreisjugendzeltlager an der Zukunft der Feuerwehren im positiven Sinne gebaut würde.

 

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