Feuerwehr absolviert besonderes Waldbrandtraining

Am vergangenen Samstag trafen sich die Führungskräfte der Samtgemeinde Heemsen in Anderten, um ein Waldbrandtraining zu absolvieren. Das Waldbrandteam- Verein für Wald- und Flächenbrandbekämpfung e.V. führte dieses speziell auf die Fahrzeuge und Ausrüstung der örtlichen Feuerwehren zugeschnittene Training durch. Geleitet wurde das Training von Ausbilder Carsten Kranz, der selbst nach amerikanischen Grundsätzen zur Waldbrandbekämpfung ausgebildet ist und auch bereits im Ausland Einsatzerfahrung sammeln konnte. In seinem anschaulichen Theorieteil zeigte er den Teilnehmern, wie ein Brandverlauf aufgrund von Wetterlage, Uhrzeit und örtlichen Gegebenheiten eingeschätzt werden kann, welche Brandlasten unterschiedlichen Vegetationen, wie z.B. Buschland, Heideflächen oder Wälder aufweisen und was diese für die Einsatzdauer und den Personalbedarf bedeuten. Weiterhin lernten die Führungskräfte der sechs Ortsfeuerwehren, dass eine leichte persönliche Schutzausrüstung ergänzt durch Staubmasken, Flammschutzhauben und Schutzbrillen die ideale Ausstattung zur Vegetationsbrandbekämpfung darstellt und was als linke, bzw. rechte Flanke, Feuerfront und der Rückseite eines Flächen- oder Waldbrandes gemeint ist und welche Taktiken für welche Flammenlängen am ehesten geeignet ist. Hierbei wurde festgestellt, dass ein direktes und schnelles Angreifen eines solchen Brandes oftmals weniger erfolgreich ist, als eine ruhige und ausgiebige Erkundung und ein gezielter Einsatz an sogenannten Triggerpunkten.

Anstrengender wurde es dann im praktischen Teil. Hier wurden verschiedene Möglichkeiten ausprobiert, um mit möglichst wenig Personal- und Wassereinsatz ausgedehnte Seitenflanken eines Flächenbrandes oder aber brennende Straßengräben oder Bahndämme abzulöschen. Hier waren die Beteiligten sehr erstaunt, mit welcher Geschwindigkeit und mit was für einem geringen Kraft- und Wasserverbrauch bei Anwendung der richtigen Taktik gearbeitet werden kann. Im weiteren Verlauf ging es dann um eine noch effektivere Einsatztaktik. Dem Angriff mit 20 Liter Wasser fassenden Löschrucksäcken und Handwerkzeugen, wie Feuerpatschen und Schaufeln. Hierzu entzündete Kranz mehrere mit Stroh präparierte Ackerflächen, die die Teilnehmer dann entsprechend ablöschen durften. Es zeigte sich, dass man bei kleinen Bodenfeuern hiermit deutlich schneller zum Ziel kommt, als das mit einem konventionellen Löschangriff mit Schläuchen möglich ist.

Am Ende des Tages nahmen alle Kameraden viele neue Erkenntnisse und eindrucksvolle Erlebnisse mit nach Hause, wo sie zukünftig als Multiplikatoren alle anderen Einsatzkräften mit den neu erlernten Möglichkeiten vertraut machen werden.

Text und Fotos: Stefan Schneckner (STS), Feuerwehrpressesprecher der Samtgemeinde Heemsen

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