Feuerwehren proben den Ernstfall bei Großübung in Barme

Über 300 Einsatzkräfte aus den Landkreisen Verden und Nienburg im Einsatz

Barme-Nienburg. Viel los war am Samstag in Barme. Die alljährliche Kreisbereitschaftsübung der Kreisfeuerwehr Verden stand auf dem Programm. Ab dem frühen Morgen versammelten sich deshalb zahlreiche Kolonnen aus Feuerwehrfahrzeugen auf dem Wasserübungsplatz des Technischen Hilfswerk (THW) in Barme. Die Organisatoren von der Ortsfeuerwehr Barme hatten eine reale und vielseitige Übung für die rund 300 Einsatzkräfte der Kreisbereitschaften aus Verden und Teilen aus Nienburg/Weser ausgearbeitet.

Zunächst ging es darum, einen aufgrund der anhalten Hitzewelle und Dürre im Sommer außer Kontrolle geratenen Waldbrand nahe der Ortschaft Barme zu bekämpfen. Der Waldbrand hatte sich bereits ausgebreitet und drohte in Richtung Barme zu laufen. Sofort setzen sich die ersten Züge der Kreisbereitschaft Verden in Bewegung und begannen, die Brände einzudämmen. Hierzu wurden der 1. und 2. Zug der Kreisfeuerwehrbereitschaft Nord der kreisfeuerwehr Nienburg/Weser mit eingebunden. Aufgrund der schlechten Wasserversorgung im Wald musste eine rund drei Kilometer lange Schlauchleitung bis zu Weser aufgebaut werden, eine wahre Mammut-Aufgabe.

Neben der Brandbekämpfung des Waldbrands hatten die Organisatoren noch weitere, knifflige Einsatzszenarien eingebaut. So galt es, einen Geocacher von der ehemaligen Filterstation im Wald zu retten, da dieser dort aufgrund der starken Rauchentwicklung verunglückt war. Weiterhin war es zu einem schweren Verkehrsunfall zwischen einem Bagger und zwei PKW auf einem Waldweg gekommen. Hier galt es, mehrere Schwerverletzte, die in den Fahrzeugen eingeklemmt waren, zu retten. Die Verletzten wurden dabei von Mitgliedern der Realistischen Unfalldarstellung des Deutschen Roten Kreuzes gemimt, um ein reales Szenario zu erzeugen.

Auf dem ehemaligen Kasernengelände war es außerdem noch zu einem Unfall mit Säurefässern auf dem Abstellgleis der Firma Wiebe gekommen. Diese Einsatzstelle wurde von Gefahrgutzug der Kreisfeuerwehr abgearbeitet.

Koordiniert wurden alle Einsätze bei der Einsatzleitung am Wasserübungsplatz in Barme. Hier hatte sich eine gemeinsame TEL (Technische Einsatzleitung) mit Kräften aus Nienburg/Weser und Verden gebildet. Für die Mitglieder der TEL aus dem Landkreis Nienburg/Weser war es eine ungewohnte Arbeit, denn normalerweise werden nur eigene Einheiten geführt. „Es war eine positive Erfahrung.“ so der Leiter der TEL Nienburg/Weser Sven Döding. Selbst ein Realeinsatz, ein ausgelöster Rauchmelder in Barme, wurde durch die Führungseinheit nebenbei mit abgearbeitet.

Unterstützt wurde die Führung auch durch drei Kradmelder, die Informationen zwischen den teils schwierig erreichbaren Einsatzstellen austauschten oder erste Erkundungen durchführten. Auch die Rettungsleitstelle in Verden war in den Übungsbetrieb mit eingebunden, um das Szenario möglichst real erscheinen zu lassen.

Nach rund drei Stunden waren alle Einsatzszenarien abgearbeitet. Der Fachzug Logistik der Kreisfeuerwehr Verden hatte in der Zwischenzeit Verpflegung für die rund 300 Einsatzkräfte am Wasserübungsplatz in Barme bereitgestellt. Nach einer Abschlussbesprechung konnte die erfolgreiche Übung dann beendet werden. Die Kreisfeuerwehr sowie das Organisatorenteam bedanken sich bei der Firma Wiebe und dem Forstgut Eickhoff für die Nutzung des Geländes und der Waldflächen.

Fotobeschreibung

Foto 1 (Marc Henkel): Die technische Einsatzleitung des Landkreises Nienburg/Weser führte die Kreisfeuerwehrbereitschaft Verden und Teile aus Nienburg/Weser

Foto 2 (Kreisfeuerwehr Verden): Mit vereinten Kräften wurde der „verunglückte“ Geocacher gerettet

Foto 3 (Kreisfeuerwehr Verden): Mit Rauchpatronen  wurde der Waldbrand simuliert

Foto 4 (Kreisfeuerwehr Verden): Auch ein Gefahrstoffunfall gehörte zum Übungsszenario

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