Reduzierung der Nitratbelastung dringend nötig

Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der VSR-Gewässerschutz bei den 
Brunnenwasserproben festgestellt, die im Rahmen seiner 
Informationsveranstaltungen am 4. September in Nienburg abgegeben wurden. 
In jeder siebten untersuchten Probe lag die Nitratkonzentration oberhalb des 
Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro 
Liter. Insgesamt 69 Wasserproben aus privat genutzten Brunnen nahmen Milan 
Toups, Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst, und Harald Gülzow, 
Projektleiter, aus dem Raum Steyerberg – Eystrup – Steimbke - Nienburg für 
die Untersuchung  entgegen. Ein Grund für die hohen Belastungen ist die 
intensive Landwirtschaft. Diese hat sich in den letzten 10 Jahren immer 
weiter ausgebreitet. Gleichzeitig konnte die umweltverträglichere Form der 
Landwirtschaft – der ökologische Landbau – kaum wachsen. Hier müssen vor 
allem die Verpächter handeln. Der VSR-Gewässerschutz rät Gemeinden, Kreisen 
und Kirchengemeinden dazu, ihre landwirtschaftlichen Flächen in Zukunft nur 
noch ökologisch bewirtschaften zu lassen.

Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden bei den Untersuchungen 145 
Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in 
Düdinghausen. Weitere mit Nitraten stark verschmutzten Brunnen stellten die 
Umweltschützer in Deblinghausen mit 78 Milligramm pro Liter (mg/l), in 
Gandesbergen mit 92 mg/l, in Heemsen mit 78 mg/l, in Steinbke mit 92 mg/l 
und in Wendenborstel mit 102 mg/l fest. Das Wasser ist wegen der 
Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet. 
Besonders wichtig ist außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum 
Befüllen eines Fischteichs genutzt wird. Es besteht die Gefahr, dass es zur 
Massenvermehrung von Algen kommt. Abgestorbenen Pflanzen können 
anschließend zu Fischsterben führen. Nitratbelastetes Grundwasser führt beim 
Bewässern zu einer zusätzlichen Düngung. Diese muss in die Berechnung über 
den Stickstoffbedarf der angebauten Pflanzen miteinbezogen werden. Nur so 
kann eine Überdüngung und eine Nitratanreicherung in Gemüse verhindert 
werden. Bürger können dem Verein ab Mai nächsten Jahres wieder eine 
Wasserprobe mit der Post zusenden, falls sie wissen möchten, ob sie auch 
von der hohen Nitratbelastung betroffen sind. Informationen dazu erhält man 
auf der Homepage https://www.vsr-gewässerschutz.de/analyse/.

Der ökologische Landbau hat weit strengere Düngevorschriften als in der 
Düngeverordnung festgesetzt. Es wird auf den Einsatz von chemisch-
synthetischen Stickstoffdünger verzichtet. Außerdem kommt es zu weitgehend 
geschlossenen Nährstoffkreisläufen, da die Zahl der Tiere sich an der 
Fläche orientiert, die dem Betrieb zur Verfügung stehen. 
Nährstoffüberschüsse werden somit bestmöglich vermieden. Der VSR-
Gewässerschutz begrüßt deswegen, dass ökologisch erzeugte Produkte in den 
letzten Jahren immer stärker gefragt sind. „Das freut uns als 
Gewässerschützer. Jedoch verbessert die Nachfrage für ökologisch erzeugte 
Produkte nicht die Grundwasserqualität in Niedersachen. Dort werden nicht 
mal 4 % der landwirtschaftlichen Flächen vom ökologischen Landbau 
bewirtschaftet. Der große Bedarf wird inzwischen mit weit transportierten 
Lebensmitteln gedeckt.“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-
Gewässerschutz. 

Jahrzehntelang haben die landwirtschaftlichen Verbände darauf hingewiesen, 
dass sie produzieren, was die Bürger kaufen. Damit haben sie den Einkäufer 
für die Grundwasserbelastung verantwortlich gemacht. Viele Bürger ernähren 
sich heute jedoch anders als vor 20 Jahren. Es werden wesentlich mehr 
ökologische Produkte gekauft. Deswegen ist es dringend an der Zeit, dass 
der ökologische Landbau stärker gefördert wird. Viele ökologische Betriebe 
würden gerne wachsen, bekommen aber keine weiteren landwirtschaftliche 
Flächen. Gemeinden, Kreise und Kirchengemeinden können diese Betriebe 
unterstützen und ihnen ihre landwirtschaftlichen Flächen verpachten. So 
können auf diesem Land die Wünsche der Bürger berücksichtigt werden. Der 
Gartenbesitzer kann sich über eine geringere Nitratbelastung seines 
Brunnenwassers freuen und wieder Brunnenwasser statt kostbares 
Leitungswasser nutzen. 

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