Erster Spatenstich für Breitbandausbau

Mit dem symbolischen „Ersten Spatenstich“ hat am Freitag der Ausbau der Datenautobahn im Landkreis Nienburg begonnen. Damit sollen 8.300 bislang unterversorgte „weiße Flecken“ den Anschluss an die digitale Zukunft mit schnellem Internet erhalten.

Der symbolische „Erste Spatenstich“ fand unter Beteiligung des Staatssekretärs im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung Stefan Muhle, Landrat Detlev Kohlmeier, dem Geschäftsführer des ausbauenden Unternehmens „Northern Access GmbH“ Torsten Voigts, Hauptverwaltungsbeamten der Kommunen sowie Gästen aus Politik und Wirtschaft in Duddenhausen statt. Parallel zum Baubeginn in der Samtgemeinde Hoya rollen die Bagger in Kürze auch im Südkreis, und zwar in der Samtgemeinde Uchte.

„Wir freuen uns, mit der Northern Access GmbH einen regionalen Partner für den Breitbandausbau gefunden zu haben und dass die Förderung von Bund und Land nun fließen kann. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir dabei ein gutes Ergebnis erzielen werden. Wegen des engagierten Einsatzes des Landkreises und der beteiligten Kommunen konnte das Vergabeverfahren umgehend nach Bewilligung der Förderung durch den Bund in sehr kurzer Zeit erfolgreich abgeschlossen werden, dabei wurden sogar einige andere Landkreise aus vorherigen Förderaufrufen überholt“, beschreibt Landrat Detlev Kohlmeier die Historie. „Das ist deswegen besonders bemerkenswert, weil umfangreiche Fristen einzuhalten und rund 80 Behörden, Institutionen, Ministerien, politische Gremien und Unternehmen zu beteiligen waren.“

Der Breitbandausbau soll zum 31.12.2019 abgeschlossen sein. Aktuell steht die Verwaltung mit dem ausbauenden Unternehmen hinsichtlich der konkreten zeitlichen Planung in Verhandlungen. „Wir werden als Auftraggeber dabei sehr genau hinschauen und darauf achten, dass die Northern Access GmbH sich ausreichend bemüht und alle erforderlichen Ressourcen für den Breitbandausbau im Landkreis Nienburg bereitstellt“, stellt der für den Breitbandausbau zuständige Dezernent, Kreisrat Lutz Hoffmann, klar.

 

Zum Hintergrund:

 

Nach dem Beihilfe- und Förderrecht darf der Landkreis den Breitbandausbau nur dort fördern, wo Telekommunikationsunternehmen weniger als 30 Mbit/s im Download anbieten und in den kommenden Jahren keinen Eigenausbau planen. Die Erschließung dieser so genannten „weißen Flecken“ im Kreisgebiet wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert. Daneben fließen Gelder des Landkreises und nicht unerhebliche Eigenmittel der kreisangehörigen Kommunen in den Ausbau.

Insgesamt werden rund 550 Kilometer Glasfaser im Landkreis Nienburg verlegt. Von dem Ausbau profitieren rund 8.300 Haushalte und Unternehmen im gesamten Kreisgebiet. Nach dem Ausbau werden 100 % der ausgebauten Haushalte mit Datenübertragungsraten von mindestens 50 Megabit (Mbit/s) im Downstream und mindestens 40 % der Haushalte mit bis zu 1 Gigabit pro Sekunde (GBit/s) versorgt werden. Auch für die Schulen werden Bandbreiten von bis zu 1 Gigabit pro Sekunde zur Verfügung stehen. Nach dem Ausbau wird der Landkreis zu 96,8 % mit schnellem Internet versorgt sein.

Im Rahmen der Ausschreibung war der Landkreis in zwei Fördergebiete (Nord und Süd) aufgeteilt worden. Für beide Bereiche konnte sich das regionale Unternehmen „Northern Access GmbH“ durchsetzen.

Die Umsetzung erfordert hohe Investitionen: Der Landkreis Nienburg investiert insgesamt gut 31 Millionen Euro in den Ausbau. Finanziert wird der Ausbau unter anderem durch Fördergelder des Bundes und des Landes, die insgesamt 17,4 Millionen Euro zur Verfügung stellen. 13,8 Millionen Euro steuern Kommunen und Landkreis aus Eigenmitteln bei. Darüber hinaus investiert die „Northern Access GmbH“ weitere 8 Millionen Euro selbst, so dass insgesamt 39 Millionen Euro in den hochmodernen Breitbandausbau im Landkreis Nienburg fließen.

Erklärtes Ziel von Politik und Verwaltung war es, die vorhandenen Mittel optimal auszunutzen. Neu verlegt wird im jetzigen Ausbau ausschließlich Glasfaser. Da ein flächendeckender Ausbau eines Glasfasernetzes jedoch nicht finanzierbar war, wird zum Teil auf bestehende Kupferkabel zurückgegriffen. Aber selbst damit sind künftig Geschwindigkeiten bis zu 100 Megabit (Mbit/s) möglich, wenn der Anbieter „Vectoring“ ermöglicht.

 

Zum Unternehmen:

 

Die „Northern Access GmbH“ hat sich seit 2010 als unabhängiger und verlässlicher regionaler Anbieter für Internet und Telefonie etabliert. Das Versorgungsgebiet des mittelständischen Unternehmens reicht mittlerweile von Warmsen bis Neustadt am Rübenberge und von Petershagen bis Hoya. Die aufgebauten Netze sind so sicher und funktionell, dass auch Behörden, Steuerberater, kommunale Einrichtungen und viele Konzern-Filialen darauf setzen. Mit mittlerweile 30 Mitarbeitern hat die „Northern Access GmbH“ in diesem Gebiet über 20.000 Kundenadressen erschlossen. Die eigenen Service-Techniker sorgen für die Installation der Hard- und Software sowie den störungsfreien Betrieb der Anlagen. Mehrere Tiefbau-Teams mit hochwertigem Maschinenpark haben bislang ca. 350 km eigene Glasfaser-Infrastruktur verlegt. Monatlich kommen weitere Kilometer dazu. Hierbei kommen bewährte Verfahren und auch das moderne Horizontal-Spülbohrverfahren zum Einsatz. Das Unternehmen hat mit dieser Methode in den letzten Jahren eigene Glasfaser-Backbone-Leitungen errichtet. Redundante Zuführungen aus Hannover und Frankfurt sichern höchste Leistungen für das komplette Ausbaugebiet und die neu anzuschließenden Haushalte im Landkreis Nienburg.

 

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