Komplexe Lagen halten Einsatzkräfte auf Trab

Am vergangenen Samstag übte die Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd der Kreisfeuerwehr Nienburg/Weser auf dem ehemaligen IVG-Gelände zwischen Liebenau und Steyerberg.

Unter der Leitung von Bereitschaftsführer Sven Schlüter mussten die 149 Einsatzkräfte der Feuerwehr, dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Rehburg und der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) Landesbergen zwei komplexe Lagen abarbeiten.

Die erste Lage sah für die Feuerwehren auf dem ersten Blick nach einer Standarteinsatzlage aus. Feuer in einem Gebäude. Als jedoch die Einsatzkräfte eintrafen, wurde das Szenario komplexer. Bei dem Übungsgebäude handelte es sich, nach Übungsplan, um eine Pflegeeinrichtung. Dort war es im Kellerbereich zu einem Feuer gekommen. Dichter Rauch erschwerte die Sicht, so dass die vorgehenden Einsatzkräfte nur unter schwerem Atemschutz in das Gebäude vordringen konnten. Ein Mitarbeiter der Einrichtung konnte der Feuerwehr noch mitteilen, dass zwei Personen im Gebäude seien. Somit wurde aus der reinen Brandbekämpfung eine Menschenrettung. Während die ersten Maßnahmen zur Menschenrettung eingeleitet wurden, mussten die übrigen Einsatzkräfte die unter Schock stehenden „Heimbewohner“ – 13 an der Zahl – retten. Diese irrten durch das nahgelegene Waldgebiet. Nun trat der nächste Teil dieses Szenarios in Kraft. Den Einsatzkräften vor Ort stand nur der Rettungswagen der JUH zur Verfügung. Dies bedeutete, dass Feuerwehrkräfte in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst eine Erstversorgung und Betreuung der geretteten Personen durchführen mussten. Keine leichte Aufgabe, denn diese versuchten immer wieder den eingerichteten provisorischen Verletztensammelplatz zu verlassen.

Aufgrund der Anzahl der Verletzten wurde von der JUH ein Behandlungsplatz eingerichtet. Dort wurden die Verletzten, nach einer ersten Versorgung an der Einsatzstelle, vom Rettungswagen des ASB hin verbracht und weiter medizinisch versorgt.

Keine leichte Aufgabe war auch die Löschwasserversorgung. Im Nahbereich der Einsatzstelle gab es keine ausreichenden Wasserentnahmestellen, so dass über eine 1,7km-lange Schlauchleitung das Löschwasser von einer Wasserentnahmestelle bis zum Einsatzort gefördert werden musste.

Die zweite Lage, die parallel stattfand, stellte sich wie folgt dar: Ein Pkw mit Anhänger war unter einem Traktorgespann gefahren ist. Es wurden mehrere verletzte Personen angenommen. Beim Eintreffen der ersten Kräfte brannte der Pkw-Anhänger. Dort befand sich jedoch eine Gasflasche, die laut Übungsplan, bereits glühte. Da Eigensicherung Vorrang hatte, musste zu Beginn das Feuer gelöscht und die Gasflasche gekühlt werden. Anschließend konnten die beiden Pkw-Insassen und der Fahrer des Traktors aus ihrer Lage befreit.

Neben den Übungsszenarien wurden auch die Punkte „Ordnung des Raumes“ sowie die Kommunikation geübt. Bei der „Ordnung des Raumes“ kam auf die Aufstellung der Fahrzeuge an. Diese sollten sich zum einen nicht gegenseitig behindern und zum anderen sollten Zuwegungen für Rettungsfahrzeuge und nachrückende Kräfte nicht blockiert werden. Bei der Kommunikation kam es auf den Informationsaustausch und Befehlsvergabe unter den Einheiten sowie zur Einsatzleitung, diese wurde durch die Technische Einsatzleitung des Landkreises Nienburg/Weser gestellt, an.

Nach rund drei Stunden waren beide Lagen abgearbeitet. Bei einer ersten Übungsnachbesprechung zeigte sich Bereitschaftsleiter Sven Schlüter zufrieden: „Alle haben ihr Ziel erreicht. Klar sind auch Fehler gemacht worden, aber um diese aufzudecken machen wir diese Übungen.“ Erfreut zeigte sich der Bereitschaftsführer besonders darüber, dass trotz der hohen Einsatzbelastung der letzten Monate alle an der Übung teilgenommen haben. Dank sprach Schlüter der Feuerwehr Siedenburg aus. Diese hatte mit der Stellung der Verletzten einen erheblichen Beitrag zum Gelingen der Übung beigetragen. Aber auch kritische Punkte sprach Sven Schlüter an. „Ich musste viele bürokratische Hindernisse überwinden, um diese Übung organisieren und durchführen zu können!“

Bevor jedoch die Einheiten zurück zu ihren Standorten fuhren, stärkten sich die Einsatzkräfte. Hierzu hatte der Versorgungszug der Kreisfeuerwehr Nienburg/Weser ein deftiges Mittagessen zubereitet.

 

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