Helios Kliniken Mittelweser: „World Restart a Heart Day“

Immer noch sterben in Deutschland jedes Jahr über 70.000 Menschen am außerklinischen Herzkreislaufstillstand, weil Sie nicht erfolgreich vom Rettungsdienst wiederbelebt werden können. Das muss nicht sein: Überall auf der Welt waren Gesundheitseinrichtungen am 16. Oktober anlässlich des „World Restart a Heart Day“ aufgerufen, Aktionen durchzuführen, damit immer mehr Menschen lernen, was im Notfall zu tun ist. Auch die Helios Kliniken Mittelweser beteiligten sich an dem Tag und schulten rund 60 Mitarbeiter des Landkreises Nienburg/Weser für den Ernstfall. Studien zeigen: Der Beginn von Wiederbelebungsmaßnahmen durch Laien vor Eintreffen des Rettungsdiensts verdreifacht das Überleben.

„Im Notfall zählt jede Sekunde, deshalb sollte man jede Scheu ablegen. Nur wer nichts tut, schadet dem Betroffenen. Um zu wissen, was zu tun ist, hilft ein einfacher Merksatz: Prüfen, rufen, drücken“, erklärt Hubertus Ernst, Leitender Anästhesiepfleger der Helios Kliniken Mittelweser und speziell ausgebildeter ERC-Provider. „Wenn Sie eine bewusstlose oder bewusstlos erscheinende Person finden, sollte man keine Scheu haben und die Person auch ansprechen und gegebenenfalls an den Schultern rütteln. Sie prüfen also, ob die Person bei Bewusstsein ist und ob sie sich bewegt und atmet. Dann sofort den Rettungsdienst unter der 112 rufen. Gibt es keine Lebenszeichen und man fühlt keinen Puls, bedeutet das außerdem: Drücken.“ Dafür sich einfach neben die Person knien, beide Hände übereinander auf den Brustkorb legen und mit durchgestreckten Armen mit einer Frequenz von etwa 100 Druckstößen pro Minute die Herzdruckmassage beginnen. Um im Rhythmus zu bleiben, helfen das Mitsingen oder Summen von verschiedenen Liedern wie „Stayin‘ Alive“ von den Bee Gees oder „Atemlos durch die Nacht“ von Helene Fischer. „Unerfahrene Ersthelfer können sich auf die Herzdruckmassage konzentrieren und die Atemspende durch Mund oder Nase erst einmal weglassen. Im Blut ist in der ersten Zeit nach dem Herzstillstand noch ausreichend Sauerstoff vorhanden“, sagt Hubertus Ernst. Beendet werden sollte die Herzdruckmassage erst, wenn der Rettungsdienst eingetroffen ist. „Dafür umstehende Passanten direkt und bestimmt ansprechen, damit sie zur Hilfe kommen“, rät der erfahrene Anästhesiepfleger.

In vielen Firmen und öffentlichen Einrichtungen, so auch im Kreishaus, befinden sich außerdem automatisierte externe Defibrillatoren (AED), auch Laiendefibrillatoren genannt. Sie helfen bei Kammerflimmern, indem sie einen Elektroschock abgeben. Die Geräte sind für Jedermann leicht zu bedienen: Über eine eingebaute Sprachfunktion geben sie an, welche Handgriffe in welcher Reihenfolge zu tun sind. Die Standorte der Laiendefibrillatoren sind durch die Abkürzung „AED“ und / oder einem grünen Hinweisschild mit Herz-Symbol erkennbar.

Regelmäßig führen die Helios Kliniken Mittelweser auch außerhalb des „World Restart a Heart Day“ Wiederbelebungsschulungen, sowohl für die eigenen Mitarbeiter als auch für andere Einrichtungen durch, darunter Schulen, Vereine, Firmen und Arztpraxen.

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